Blog / Wie man in Georgien Neujahr feiert und wieso man es 2x tut Georgien, Kultur & Geschichte, Blog | 27.11.2018

Wie man in Georgien Neujahr feiert und wieso man es 2x tut

Neujahr ist vermutlich der populärste Feiertag in Georgien. Gastfreundschaft, wundervolle und Jahrhunderte alte Traditionen und eine deliziöse Küche - all das kommt an Neujahr in Form einer einmaligen Symbiose zusammen. Im Gegensatz zum religiösen Weihnachten ist Neujahr ausgelassen.

Durch seine Lage zwischen Europa und Asien und aufgrund von Einflüssen verschiedener Kulturen ist in Georgien ein einzigartiger Mix aus Bräuchen und Traditionen entstanden. Spannend ist beispielsweise, dass man in Georgien gleich zwei Mal Naujahr feiert: Das erste Fest findet am 1. Januar statt und das zweite, man nennt es das Alte Neujahr, am 14. Januar.

Georgien ist nicht das einzige Jahr, das am 13. Januar Silvester und am 14. Januar Neujahr feiert. Dies ist auch in anderen Ländern, vor allem aus dem Bereich der ehemaligen Sowjetunion, der Fall. Das Datum des 14. Januars kommt noch aus dem Julinanischen Kalender.

New Year 2018 in Tbilisi

Mitternacht ist die Zeit des Mekvle

Eine Eigenheit der georgischen Art Neujahr zu feiern ist der Mekvle, der pünktlich um Mitternacht in der Wohnung aufkreuzt. Der Mekvle ist die erste Person, die den Familienmitgliedern zum neuen Jahr gratuliert und ihnen viel Glück, Erfolg und Gesundheit wünscht. Die ganze Familie wartet auf den Mekvle, der dann durch die Tür spaziert und mit Süßigkeiten um sich wirft.

Der zweite wesentliche Aspekt einer georgischen Neujahrsfeier ist die «Supra», eine große Tafel vollgepackt mit allerlei leckeren Köstlichkeiten. Selbstverständlich gibt es von allem viel zu viel. Was an Neujahr unbedingt auf den Tisch gehört ist Satsivi, ein Truthahn an Walnusssauce. Es ist die Krönung eines jeden Festmahls.

Nüsse, Honig und die besten Wünsche

Nebst einer Vielzahl weiterer Speisen darf Gozinaki nicht fehlen. Das sind karamellisierte Walnüsse, die in flüssigem Honig quasi frittiert und, wenn sie ausgekühlt sind, in rhombusförmige Stücke geschnitten werden.

Gozinaki gibt es nur an Neujahr. Und es wird erst nach Mitternacht gegessen, also wenn das neue Jahr schon begonnen hat. Gerne stopfen sich die Leute die knusprige Süßigkeit dann gegenseitig in den Mund, was in etwa bedeuten soll: «Wenn Du alt bist, mögest Du genau so süß sein wie diese Süßigkeit».

Der Christbaum und «Chichilaki»

Den dekorierten Chistbaum, den die meisten von uns kennen, gibt es natürlich auch in Georgien. Daneben finden sich aber auch noch die «Chichilaki» – die georgische Alternative zum Tannenbaum. Dieser wird aus geschälten Ästen von Walnuss- oder Haselnuss von Hand gefertigt und mit Süßigkeiten, Früchten und Nüssen dekoriert. Die Dekorationen sind eine Art Geschenk an den Himmel. Im Gegensatz erhofft man sich eine gute Ernte. Am 19. Januar werden die «Chichilaki» verbrannt, was all die schlechten Dinge des abgelaufenen Jahres entfernen soll.

In Tiflis uns anderen größeren Städten finden an Silvester und Neujahr natürlich auch die üblichen Parties, Konzerte und Feuerwerke statt.

Autor: MyCaucasus
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