Blog / Wie man im Kaukasus bezahlt Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Blog | 10.10.2018

Wie man im Kaukasus bezahlt

Als sich die UdSSR noch über den gesamten Kaukasus erstreckte, wurde in der gesamten Region mit dem Sowjetischen Rubel bezahlt. Nach dem Zusammenbruch des Riesenreichs sind im Kaukasus neue Staaten entstanden – und damit neue Währungen. Diese stellen wir euch in diesem Blogartikel vor.

Der Südkaukasus besteht aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Im Nordkaukasus liegen die zu Russland gehörenden Republiken Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien, Nordossetien-Alanien und Tschetschenien sowie die Region Region Stawropol.

Keine einheitliche Währung

Zwar gab es nach dem Ende der Sowjetunion Bemühungen, innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) eine einheitliche Währung einzuführen, das Vorhaben scheiterte aber schon früh. Und so führten Aserbaidschan und Russland 1992, Armenien 1993 und Georgien 1995 ihre eigenen Währungen ein.

Geld in Armenien

Der Armenische Dram (AMD)

Abkürzung: AMD
Unicode: U+058F
Einführung: 22. November 1993
Herausgeberin: Armenische Zentralbank
Unterteilung: 1 Dram entspricht 100 Luma
Noten: 1'000, 5'000, 10'000, 20'000, 50'000, 100'000
Münzen: 10, 20, 50, 100, 200, 500
Dollarkurs: 1 USD = 480 AMD (Oktober 2018)
Eurokurs: 1 EUR = 555 AMD (Oktober 2018)

Von den 15 Nachfolgestaaten der Sowjetunion war Armenien einer der letzten, der seine eigene Währung einführte. Dies geschah am 22. November 1993 – mehr als zwei Jahre nach der Ausrufung der Unabhängigkeit. Die Armenierinnen und Armenier konnten ihre Rubelbestände gegen die neue Währung eintauschen: Für 200 Rubel gab es 1 Armenischen Dram.

Das Wort «Dram» bedeutet auf deutsch «Geld». Etymologisch ist der Name verwandt mit dem «Drachme» (bis 2001 Währung in Griechenland) und dem «Dirham» (Währung in Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten). Anfänglich war ein Dram noch unterteilt in 100 Luma, allerdings blieben diese Münzen nur für kurze Zeit im Umlauf. Heute ist die 10-Dram-Münze die kleinste Einheit.

Der Armenische Dram ist nicht nur in Armenien offizielles Zahlungsmittel, sondern auch in der umstittenen Republik Bergkarabach. Laut den Vereinten Nationen und des Europarats gehört Bergkarabach weiterhin zu Aserbaidschan. Beide Länder erheben allerdings Anspruch auf das Gebiet. Nebst dem Armenischen Dram kann man in Bergkarabach auch mit dem Bergkarabach-Dram bezahlen, der aber weit weniger verbreitet ist.

Armenischer Dram AMD

Zahlungsverkehr in Armenien

Geld abheben in Armenien

In Eriwan und allen anderen mittleren und größeren Städten gibt es Geldautomaten (ATM). Die Schalter haben von Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr geöffnet. Daneben gibt es (auch in kleineren Städten) Wechselstuben, die bis Mitternacht und auch an den Wochenenden geöffnet haben.

Bezahlen in Armenien

Die gängigen Kreditkarten werden in den größeren Städten in der Regel akzeptiert. Traveller Cheques sind nicht weit verbreitet. Um ungünstige Wechselkurse zu vermeiden, sollte man Traveller Cheques in US-Dollar verwenden.

In den Restaurants sollte man ein Trinkgeld in der Höhe von 10% geben.

Geld in Aserbaidschan

Der Aserbaidschan-Manat (AZN)

Abkürzung: AZN
Unicode: U+20BC
Einführung: 15. August 1992
Herausgeberin: Zentralbank von Aserbaidschan
Unterteilung: 1 Manat entspricht 100 Qepik
Noten: 1, 5, 10, 20, 50 und 100
Münzen: 1, 3, 5, 10, 20 und 50
Dollarkurs: 1 USD = 1.70 AZN (Oktober 2018)
Eurokurs: 1 EUR = 1.97 AZN (Oktober 2018)

Aserbaidschan war das erste der drei südkaukasischen Länder, das eine eigene Währung einführte. Der Aserbaidschan-Manat wurde am 15. August 1992 offizielles Zahlungsmittel im Land. In einer ersten Phase wurde der Manat als Parallelwährung zum Rubel geführt. Erst anfangs 1994 wurde dieser komplett abgelöst und der Aserbaidschan-Manat wurde alleiniges Zahlungsmittel in Aserbaidschan.

Der Manat verlor durch die hohe Inflation nach der Jahrtausendwende zunehmend an Wert. Und so wurde er per 1. Januar 2006 durch einen neuen Manat ersetzt. Für 5'000 alte Manat (AZM) bekam man 1 neuen Manat (AZN).

Die heutige Währung wird manchmal auch als dritter Manat bezeichnet, weil bereits zu Zeiten der Demokratische Republik Aserbaidschan (1918 bis 1920) der Manat das Zahlungsmittel war.

Aserbaidschanischer Manat AZN

Zahlungsverkehr in Aserbaidschan

Geld abheben in Aserbaidschan

In Baku und diversen weiteren mittleren und größeren Städten gibt es Geldautomaten (ATM). Die Bankschalter haben von Montag bis Freitag von 09:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet. Daneben gibt es am Flughafen, in Banken und in vielen Hotels die Möglichkeit Geld zu wechseln. US-Dollar, Pfund Sterling und Euros werden am liebsten genommen.

Bezahlen in Aserbaidschan

Kreditkarten werden nur in den großen Städten akzeptiert. Mit Traveller Cheques kommt man nicht weit. Es empfiehlt sich, in Aserbaidschan immer genügend Bargeld mit sich zu führen.

In den Restaurants ist das Trinkgeld oftmals bereits im Rechnungsbetrag inbegriffen. Falls nicht, sollte man etwa 10% geben.

Geld in Georgien

Der Georgische Lari (GEL)

Abkürzung: GEL
Unicode: U+20BE
Einführung: 2. Oktober 1995
Herausgeberin: Nationalbank Georgiens
Unterteilung: 1 Lari entspricht 100 Tetri
Noten: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500
Münzen: 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Tetri sowie 1 und 2 Lari
Dollarkurs: 1 USD = 2.70 GEL (Oktober 2018)
Eurokurs: 1 EUR = 3.10 GEL (Oktober 2018)

Zwar löste Georgien den Sowjetischen Rubel bereits am 5. April 1993 ab. Bis zur Einführung einer neuen, eigenen Währung sollten aber noch zweieinhalb Jahre vergehen. In einem ersten Schritt hieß das Zahlungsmittel «Kuponi», eine Art Notwährung. Diese war von Hyperinflation betroffen: Ein US-Dollar kostete zu Beginn noch 1'000 Kuponi, zwei Jahre später bereits 2 Millionen Kuponi. Ziemlich skurril: Die Noten gab es in den Stückelungen 1, 3, 3'000, 30'000, 150'000 und 1'000'000.

Die Neunzigerjahre in Georgien waren wirtschaftlich knallhart. Die Menschen hatten keine Jobs, Strom und fließendes Wasser waren selbst in den großen Städten ein Problem und auf den Straßen regierte bisweilen die Anarchie. Ende 1995 wurde in Georgien schließlich der Lari eingeführt. Bis sich die Wirtschaft im Land erholten würde, sollten noch Jahre vergehen. Aber der Georgische Lari hielt sich erstaunlich stabil.

Auf deutsch übersetzt bedeutet Lari «Schatz» oder «Eigentum». Den Begriff «Tetri» verwendete man bereits im 13. Jahrhundert für Silbermünzen. Tetri bedeutet «weiss».

Auf den georgischen Banknoten sind wichtige Persönlichkeiten aus der georgischen Geschichte abgebildet: Sie zeigen den Maler Niko Pirosmani (1 Lari), den Komponisten Sakaria Paliaschwili (2 Lari), den Wissenschaftler Iwane Dschawachischwili (5 Lari), den Poeten und Politiker Akaki Tsereteli (10 Lari) und den Dichter und Journalisten Ilia Tschawtschawadse (20 Lari). Auch Königin Tamar, die während dem goldenen Zeitalter Georgiens zwischen 1184 und 1213 an der Macht war, ist mit der Abbildung auf der 50-Lari-Note vertreten.

Auch Dawit Aghmaschenebeli, genannt David der Erbauer, darf nicht fehlen. Das Bild des ehemalige Königs des mittelalterlichen Georgiens, der das Land von den seldschukischen Türken befreit hat, ziert die 500 Lari-Note. Auf der 100er-Note ist der berühmte Schriftsteller Schota Rustaweli abgebildet und auf der 200er-Note der Offizier und Nationalheld Kakuza Tscholoqaschwili.

Georgischer Lari GEL

Zahlungsverkehr in Georgien

Geld abheben in Georgien

In Tiflis, aber auch in allen anderen mittleren und größeren Städten gibt es Geldautomaten (ATM), an denen mit MasterCard, Visa, Maestro oder Cirrus Bargeld bezogen werden kann. Die Bankschalter haben von Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Daneben gibt es (auch in kleineren Städten) Wechselstuben, die auch am Wochenende und teilweise bis spät in die Nacht geöffnet haben.

Bezahlen in Georgien

Die gängigen Kreditkarten werden in den größeren Städten in der Regel akzeptiert. Traveller Cheques sind nicht weit verbreitet. Um ungünstige Wechselkurse zu vermeiden, sollte man Traveller Cheques in US-Dollar oder Euro verwenden.

Die Einheimischen geben in den Restaurants in der Regel kein oder nur sehr wenig Trinkgeld. Als Tourist empfiehlt es sich, einfach auf den nächsten Betrag aufzurunden.

Geld im Nordkaukasus

Der Russische Rubel (RUB)

Abkürzung: RUB
Unicode: U+20BD
Einführung: 14. Jahrhundert (mit vielen Änderungen)
Herausgeberin: Zentralbank der Russischen Föderation
Unterteilung: 1 Rubel entspricht 100 Kopeken
Noten: 5, 10, 50, 100, 200, 500, 1'000, 2'000, 5'000
Münzen: 1, 5, 10 und 50 Kopeken sowie 1, 2, 5 und 10 Rubel
Dollarkurs: 1 USD = 65 RUB (Oktober 2018)
Eurokurs: 1 EUR = 75 RUB (Oktober 2018)

Genau wie in der ganzen Russischen Föderation wird auch in den nordkaukasischen Republiken Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien, Nordossetien-Alanien und Tschetschenien sowie in der Region Region Stawropol mit dem Russischen Rubel bezahlt. Zudem haben die De-facto-Regimes von Abchasien und Südossetien mittlerweile auch den Rubel eingeführt. Diese beiden Regionen gehören offiziell zu Georgien und werden nur von wenigen Ländern als unabhängig anerkannt.

Im Tschetschenien der 90er-Jahre gab es seitens der Separatisten Bemühungen, eine eigene Währung, den tschetschenischen Nachar einzuführen. 1995 wurden sogar entsprechende Banknoten gedruckt. Die Währung kam aber nie in den Umlauf.

Autor: MyCaucasus
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