Blog / Historisches Viertel Abanotubani Georgien, Kultur & Geschichte, Blog | 12.12.2019

Historisches Viertel Abanotubani

Das Bäderviertel Abanotubani ist einer der ältesten Stadtteile von Tiflis und bekannt für die zahlreichen Schwefelbäder, die sich dort noch immer befinden. Das Viertel ist eng mit der Gründungsgeschichte der georgischen Hauptstadt verknüpft.

Einer Legende zufolge war König Wachtang Gorgasali im 5. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Altstadt auf der Jagd, als der Falke des Königs einen Fasan verletzte, der in eine nahegelegene heiße Quelle fiel und sogleich gekocht wurde. Wachtang Gorgassali dachte sich «was für ein großartiger Ort» und gründete an der besagten Stelle Tiflis. Dessen georgischer Name Tbilisi leitet sich vom Wort «tbili» ab, was soviel wie «warm» bedeutet.

Die Schwefelbäder wurden aber erst später gebaut. Was ihre Anzahl anbelangt, schien die Badekultur im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Damals konnten die Einwohner aus 65 verschiedenen Bädern auswählen. Heute sind noch etwa acht Bäder in Betrieb.

Abanotubani Bäder

Bäder im persischen Stil gebaut

Gemäss den Stadtplänen des 19. Jahrhunderts gab es auch damals noch deutlich mehr Bäder als heute. Viele davon wurden im 17. Jahrhundert erreichtet.

Das «Meitari-Bad», das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde, war eines der ältesten Bäder. Später wurden die Bäder «Enala», «Grill» und «Bebuta» gebaut – alle ebenfalls im 17. Jahrhundert. Eines der Bäder wurde zerstört: Es wird angenommen, dass Aga Mohammed Khan, der ehemalige Schah von Persien, das «Hoxha-Bad» demoliert hat, als er feststellte, dass es seine Gesundheit nicht verbessern konnte.

Die meisten Bäder wurden im iranischen persischen Stil gebaut, ebenso wie viele andere Häuser im Tiflis des 17. Jahrhunderts.

Die Schwefelbäder von Abanotubani dienten nicht nur hygienischen Zwecken, sondern hatten auch eine gesellschaftliche Funktion. Der Dichter Joseph Grischashwili schrieb: «Das Bad war auch eine Art Hotel, Clubhaus und Theater. Im Bad vergaßen die Leute ihren Beruf und ihre täglichen Pflichten».

Baden war etwas sehr zentrales im Leben der Menschen Tiflis' im 17. und 18. Jahrhundert. Viele Feste endeten jeweils mit dem Besuch eines der Bäder in Abanotubani.

Abanotubani Schwefelbäder

Entspannend und gut für die Gesundheit

Heute ist Abanotubani zu einem der wichtigsten Touristenziele in Tiflis geworden. Die Besucherinnen und Besucher sind fasziniert von der farbenfrohen persischen Architektur und dem besonderen Geist, den man in Abanotubani noch heute spüren kann – trotz der zahlreichen Touristen. Der Besuch eines der Bäder ist ein großes Vergnügen und sehr entspannend. Tipp: Im Winter ist ein solches Bad besonders wohltuend; zudem gibt es dann selbst in Abanotubani deutlich weniger Touristen.

Die Schwefelbäder dienen nicht nur der Entspannung. Sie können auch helfen, Krankheiten wie Arthritis, Kardiosklerose, Spondylose, Angioperose, Thrombophlebitis, Neuritis, Radikulitis und andere zu behandeln.

Abanotubani Bäderviertel
Autor: MyCaucasus
google speed result optimization